Die Dicke der Stimmbänder
Lerne die Funktion, Dicke und Schließung der Stimmlippen kennen. Erzeuge die Stimmarten Stein, Papier und Schere gezielt – diese 3 Stimmarten bilden die Grundlage für einen weiten Tonumfang und die Mischstimme.
▶ Sieh dir zunächst die Bewegungen im Video an
Schau dir die Ausführung an und fahre dann mit der Erklärung und den Beispielaufnahmen fort.
Der Grund für diese Übung
In dieser Lektion geht es um den grundlegendsten und wichtigsten Bestandteil des Stimmtrainings, nämlich
„Stimmbänder“
Wir werden dies im Folgenden näher erläutern.
Es können auch unbekannte Wörter vorkommen, aber es ist völlig in Ordnung, diese zunächst einfach mit einem „Aha!“ überzugehen!
Wenn du dir den Inhalt dieser Übung im Video ansehen möchtest, schau dir das folgende Video an!
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Effekte, die durch das Training der Stimmbänder erzielt werden
Welche Wirkung hat das Training der Stimmbänder?
Dadurch wird der Tonumfang erweitert und es werden die Grundlagen für eine kräftige, resonante Stimme gelegt.
Da dies ein sehr wichtiger Teil ist, sollten wir ihn immer wieder üben!
Was machen die Stimmbänder eigentlich?
Weißt du, wie die Stimme entsteht?
Ich habe zwar schon einmal gehört, dass der Klang von den Stimmbändern erzeugt wird, aber…
Der V-förmige Bereich in der Abbildung unten sind die „Stimmbänder“! Sie sind etwa 2 cm groß.

Ach, das ist ja ziemlich klein!
Genau so ist es. Deshalb kann man mit nur geringfügigen Bewegungen so viele verschiedene Stimmen erzeugen!
Wenn Luft versucht, durch den geschlossenen Spalt dieser Falten zu strömen, werden die Stimmbänder vom Luftstrom mitgerissen und schlagen mit hoher Geschwindigkeit gegeneinander – wie bei einem Klatschen! Genau diese dabei entstehenden Klangpartikel sind das Wesen der „Stimme“.
* Wenn du nicht nur die Stimmbänder, sondern auch die anderen Teile des Rachens kennenlernen möchtest und wissen willst, wie sich das Singen verändert, wenn du diese bewegst, schau dir doch das folgende Video an!
Um in einem breiten Tonumfang singen zu können
Hier nun eine Frage: Deden
Für einen durchschnittlichen Mann sind die höchsten Töne in Liedern wie · Arashi „Love so sweet“ · Kenshi Yonezu „Lemon“ · back number „Christmas Song“ – also der Ton „La“ (A4, auch als hiA bezeichnet) – ein ziemlich hoher und schwieriger Tonbereich. Nun zu diesem „hohen A“: Wie oft müssen die Stimmlippen pro 1 Sekunde aneinanderstoßen, um diesen Ton zu erzeugen?
Das kommt aber wirklich plötzlich. … In 1 Sekunde? … Hm, etwa 30 Mal??
Die richtige Antwort lautet: … (durdurdurdur…)
In 1 Sekunde etwa „440 Mal“!
Was?! So viel?! … Ändert sich vielleicht auch die Anzahl der Schläge, wenn sich die Tonhöhe ändert?
Ja! Genau so ist es!
Bei hohen Tönen müssen die Stimmbänder häufiger bewegt werden als bei tiefen Tönen.
… Moment mal? Heißt das also, dass ich bei hohen Tönen noch kräftiger ausatmen und meine Stimmbänder noch heftiger aneinander schlagen muss als bisher?
Ja, ja! Das ist auch eine Möglichkeit! Aber dabei treten dann schnell verschiedene Probleme auf …
Theoretisch ist es möglich, durch kräftiges Ausatmen kurzzeitig hohe Töne zu erzeugen. In diesem Fall ist man jedoch gezwungen, einen „sehr anstrengenden Zustand“ einzunehmen, der als „Kehlstraffung“ bezeichnet wird: Dabei sind verschiedene Körperteile wie Hals und Kiefer extrem angespannt und geraten außer Kontrolle, während man sich sagt: „Ich muss durchhalten, damit die Stimmbänder durch den starken Luftdruck nicht zusammenbrechen!“ Wenn man diesen Zustand über einen längeren Zeitraum beibehält, kommt es zu verschiedenen Problemen: Der Stimmumfang erweitert sich nicht, die Stimme versagt, es kommt zu extremer Erschöpfung, die Stimmleistung ist unbeständig, und es können Stimmbandknötchen oder Polypen entstehen. … und so weiter.
Genau deshalb ist es so wichtig, dass man, um hohe Töne zu erzeugen, nicht viel Luft verbraucht, sondern in der Lage ist, „eine geringe Menge Luft“ und „eine Schließung der Stimmlippen, die auch mit wenig Luft noch beweglich ist“, bereitzustellen.
Übungsinhalte und wichtige Punkte
Übungsmethoden für die Stimmbänder
Üben wir diesmal, die folgenden 3 Stimmarten gezielt zu erzeugen und zwischen ihnen zu wechseln! (1) Eine rau-knarrende Stimme (wir nennen sie „Stein“) (2) Eine stark behauchte Stimme (wir nennen sie „Papier“) (3) Eine Stimme zwischen (1) und (2) (wir nennen sie „Schere“)
Welche Wirkung hat das gezielte Erzeugen dieser 3 verschiedenen Stimmarten?
Diese Stimmen bezeichnen folgende Zustände: (1) Stein = eine Stimme mit starkem Schluss durch den gemeinsamen Einsatz der Stimmlippen und vieler weiterer Teile; (2) Papier = eine Stimme mit äußerst schwachem Schluss, bei der die Stimmlippen sich gerade noch berühren; (3) Schere = eine Stimme mit einem Schluss etwa zwischen (1) und (2), bei der andere Teile als die Stimmlippen möglichst wenig mitwirken.
Wenn du diese Stimmarten gezielt erzeugen kannst, trainierst du die Grundlagen der Mischstimme (※), mit der du einen großen Tonumfang leichter singen kannst.
(※) Mix-Stimme: Sie wird oft als Klang zwischen Bruststimme und Falsett beschrieben und ist dafür bekannt, dass sich damit hohe Töne mühelos singen lassen. Detaillierte Erklärungen und Methoden werden in zukünftigen Lektionen vorgestellt.
Wie funktioniert die Stein-Stimme?
Wir wollen einen kräftigen Stimmlippenschluss herstellen. Halte deshalb zunächst kurz den Atem an und erzeuge dann Stimme, während die Stimmlippen kräftig geschlossen bleiben. Typisch ist ein rau-rasselnder, kräftiger und gespannter Klang. Der Trick ist, nicht zu viel Luft auszuatmen. Wenn es schwerfällt, probiere Folgendes: · Atme die Luft einmal aus der Lunge aus und versuche die Methode, ohne erneut einzuatmen. · Atme die Luft einmal aus der Lunge aus und suche dann mit kurzen, getrennten Lauten wie „e, e, e“ nach dem rauen Rasseln.
Wie funktioniert die „Papier-Stimme“?
Mische beim Ausatmen etwas Stimme bei. Wenn du eine behauchte Stimme ähnlich einem Flüstern beibehalten kannst, ist es richtig. Versuche, sie mit möglichst wenig Kraft zu erzeugen!
Achte darauf, dass das hörbare Luftgeräusch nicht verschwindet, wenn du der ausgeatmeten Luft Stimme hinzufügst!
Wie funktioniert die Scheren-Stimme?
Wenn man während der Stein-Stimme „grinst“, wandelt sich die Stein-Stimme automatisch in die Scheren-Stimme um. Es empfiehlt sich, sich dabei Szenen mit Lieblingsessen, geliebten Menschen oder Tieren vorzustellen und dabei zu grinsen. (Bei einem „gezwungenen Lächeln“ oder dem „Anheben der Mundwinkel“ lässt sich die Klangveränderung nur schwer erzielen.) Der Klang der „Schere“ zeichnet sich durch einen „runden Klang aus, bei dem die knisternden Anklänge des Stein-Klangs entfernt wurden“! Üben wir also, die Klangfarben von Stein, Schere und Papier gezielt auf derselben Tonhöhe zu erzeugen und zu wechseln.
Wenn dir die Scheren-Stimme schwerfällt, ist es vorerst völlig in Ordnung, einfach eine Klangfarbe etwa zwischen Stein und Papier anzustreben! Mit besserer Steuerung der anderen Teile werden auch die damit verbundenen Fehlfunktionen allmählich behoben, also keine Sorge. Im künftig geplanten Fortgeschrittenenteil sind außerdem spezielle Übungen für Schere vorgesehen, bei denen du die falschen Stimmlippen unabhängig steuern lernst!
Verstanden!
Probiere, mit deiner Stimme das Hörbeispiel nachzuahmen.
Hörbeispiel anhören und ausprobieren
Stelle die Lautstärke eher leise ein und spiele die Hörbeispiele einzeln ab. Achte auf die Unterschiede zwischen den Stimmarten.
Die Tonaufnahme beginnt direkt im Schere-Zustand. Es empfiehlt sich, während des Stein-Teils ein „Grinsen“ einzubauen und den Klang nach und nach anzupassen.